WARM UP: EINE UNTERSCHÄTZTE MÖGLICHKEIT?  

von 18.01.2019 17:40

WARM UP: EINE UNTERSCHÄTZTE MÖGLICHKEIT?

Ein Fußballspiel, ein Skirennen oder jegliche andere sportliche Betätigungen erfordern von jedem Sportler ein gewisses Maß an Vorbereitungszeit, in welcher der Sportler sich sowohl physisch als auch psychisch auf den Wettbewerb vorbereiten muss. Vor allem im Spitzensport ist es undenkbar, dass ein Sportler „kalt“ den Platz, die Piste oder sonstige Sportstätte betritt. Dennoch kommt es vor allem bei Rocket League-Spielern/Spielerinnen immer wieder vor, dass sie ein Spiel mit kompetitivem Hintergrund (also Ranked, Turnierspiele o.ä.) ohne jegliches Aufwärmen bestreiten.

Die größte Auswirkung dieses Verhaltens kann im mechanischen Skill der Spieler festgestellt werden. Meist liegt die Fehlerquote bei - für das Können entsprechenden - schwereren Techniken in den ersten paar Spielen um einiges höher als bei darauffolgenden Spielen. Das kann dadurch erklärt werden, dass das Gehirn noch nicht so schnelle Befehle geben kann, wenn es auf eine Tätigkeit noch nicht eingestellt ist. Dadurch greift unsere Muscle Memory, also die unbewusste Bewegung der Muskeln durch das Gehirn, und damit unsere Hand-Augen Koordination nicht so schnell, wie wir es gewohnt sind.

Doch warum nehmen sich Spieler nicht die Zeit sich aufzuwärmen? Ein Punkt könnte sein, dass genau diese Zeit nicht vorhanden ist. Man hat nur Zeit für ein paar Spielchen und will die nicht damit verschwenden eine halbe Stunde im Free Play oder ähnliches zu sitzen. Des weiteren könnte auch die Motivation dazu fehlen. Letztendlich ist es doch sehr langweilig, nur alleine den Ball herumschubsen zu können. Hierzu gibt es allerdings einige Lösungen. Um eine von diesen zu nennen kann es sehr hilfreich sein 1gg1 gegen den Mitspieler zu spielen (bzw. wenn ihr zu dritt seid 1gg1 King oft he Hill). Wenn ihr alleine seid könnt ihr alternativ auch 1gg1, 2gg2 oder 3gg3 Unranked spielen.

Sehr wohl muss aber auch gesagt werden, dass zu viel Warmup auch schlecht sein kann. Sportpsychologisch gesehen ist es nicht sinnvoll lange und immer wieder dasselbe zu tun, da dieses zwar bis zu einem gewissen Punkt sehr hilfreich ist und sich sogar positiv auf die Lernkurve auswirken kann, allerdings zu einem enormen Konzentrationseinsturz führen kann. Nach einer gewissen Zeit schaltet das Gehirn auf Autopilot und wir denken nicht mehr bewusst über unsere Entscheidungen nach. Dieser Zeitpunkt hängt jedoch von jeder Person und deren Geisteszustand einzeln ab, also muss ihn jeder für sich selbst entdecken.

Doch wie sollte man mit "Warm up" umgehen, wenn es sowohl eine extrem positive, aber auch eine extrem negative Seite dabei gibt? Skizzen, ein sehr erfolgreicher österreichischer Spieler des Teams „AustrianForce“ (ein Team, das mittlerweile auch in der Nitro League vertreten ist), beantwortete mir hierzu ein paar Fragen. Zwar machen sie im Team kein "Warm up" für normale Ranked-Games, allerdings schrieb er mir, dass er glaube, dass vor allem richtiges Aufwärmen zu ihren Erfolgen bei verschiedenen LAN-Turnieren geführt hat. Bei solchen verbrächten sie laut Skizzen 15-30 Minuten ihre Zeit bei einer Mischung aus Free Play, Workshop Maps und Custom Trainings, danach spielen sie ein paar Ranked Games um dann zu besprechen was gut und was schlecht läuft. Allerdings findet er es wichtiger, Pausen einzulegen, statt stumpf im Training Mechaniken aufzuwärmen um wieder top ins Spiel zu starten.

Letztlich kann gesagt werden, dass das richtige Aufwärmprogramm von Spieler zu Spieler und vor allem von Team zu Team unterschiedlich sein muss. Dieses kann in der Art aber vor allem von der Zeit unterschiedlich sein. Am Ende ist es jedoch das Wichtigste, dass jeder Spieler im Feld, wie auch immer er aufgewärmt hat, sein Bestes geben kann, damit der Sieg in greifbarer Nähe ist.

Gastbeitrag von Lukas "LukE425" Gföllner

https://twitter.com/LukasBroYo

 

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