ÜBER DIE ZUKUNFT DER LIGA  

von 04.07.2021 21:19

ÜBER DIE ZUKUNFT DER LIGA

Moin ihr Lieben!

2021 ist schon etwas mehr als zur Hälfte vorbei – und wir möchten euch hiermit zum ersten Mal einen kleinen Einblick geben. Einen Einblick in einige unserer Zahlen, Gedanken, daily struggles und Pläne. Zudem möchten wir euch erzählen, warum und in welchem Punkt wir die wohl fortschrittlichste E-Sport-Liga Europas sind und wie ihr davon (auch monetär) profitieren könnt! Wir sprechen hier von einer Win-Win Situation für euch, die DACH-Szene, Sponsoren und uns als Liga. Am Ende gibt’s eine Zusammenfassung, falls ihr wenig Zeit zum Lesen habt. Ansonsten: kühles Bier und Abfahrt.

 

Zahlen, Gedanken und daily struggles

Bei uns arbeiten circa 40 Ehrenamtler zwischen einer und zwanzig Stunden pro Woche intensiv am Mammut-Projekt „Nitro League“. Das geht von Gastbeiträgen externer Leute im Redaktions-Resort über Liga-Administration sowie Sales/Akquise bis hin zum Strategieworkshop mit unseren Partnern, um aktuelle sowie Ziele für 2022 zu besprechen. Jeder einzelne unserer Ehrenamtler ist bedeutsam, aber keiner bekommt Geld dafür. Warum? Weil wir es uns nicht leisten können. Die Bezahlung unserer Leute ist der gemeinsame Erfolg, den wir als Team haben, den Spaß an der Sache oder einfach die Gelegenheit, sich weiterzuentwickeln. Wir unterstützen uns gegenseitig – sei es mit Know-how beim Daily Business in der Nitro League oder dabei, das Bewerbungsgespräch fürs duale Studium vorzubereiten. Wir achten aufeinander, streiten uns, finden zusammen und sind ein gewachsenes Team voller Lernenden mit unterschiedlichsten Talenten.

Das allein ermöglicht es der Liga, zu existieren und sogar die größte im DACH-Gebiet zu sein. Das allein schafft die Situation, dass Rocket League hier ein Zuhause hat, bei dem sich auch alle wie zu Hause fühlen. Hast du schon mal ein Support-Ticket geschrieben? Wenn ja, dann weißt du, was wir meinen. Unsere Admins sind einfach insane und sorgen für einen reibungslosen Ablauf, damit die Erfahrung hier für alle maximal positiv ist und bleibt. Aber das ist nur eine von dutzenden Abteilungen, die jede für sich betreut, gepflegt, weiterentwickelt und strategisch durchdacht sein will.

 

Was fehlender Respekt der Szene antut

Genug über Hingabe gesprochen – kommen wir zu Respekt. Wir arbeiten permanent daran, unsere Regeln anzupassen. Logisch, denn manchmal haben wir etwas vergessen, nicht beachtet oder auch nicht kommen sehen. Gerade Letzteres ist meist der beste Treiber für Anpassungen. Für ein einziges Nitro League-Match in der Division 1 werden mindestens neun Personen aktiv (Teams und Zuschauer ausgenommen). Admins, Moderatoren, Caster, Analysten, Produzenten, Grafiker, Social Media-Menschen, Projektmanager … wenn so ein Spiel stattfindet und sogar Spannung bietet, sind alle am Start und happy.

Fällt es kurzfristig aus, ist das nicht nur ärgerlich für alle Zuschauer, die sich auf ein Match gefreut hatten. Inklusive Gegnerteam haben sich dann circa 15 Personen völlig vergebens ihre wertvolle, unbezahlte Freizeit für … nichts geblockt. Wer in den höchsten Divisionen spielt, völlig egal in welcher Liga, trägt eine gewisse Verantwortung – und zwar nicht nur für den eigenen Tabellenplatz, die eigenen Teammates und die eigene Orga, sondern auch für das gesamte Konstrukt drumherum. Besonders in der E-Sport-Szene, die noch einige Hürden nehmen und sich vor einigen Endbossen behaupten werden muss. Denn wir alle sind Teil dieser Szene, die wir voranbringen wollen. Unprofessionelles Verhalten kommt vor, schließlich muss man seine Erfahrungen machen und dazulernen, um klarzukommen.

Wir möchten hier an dieser Stelle jedoch in aller Deutlichkeit ankündigen, dass wir Respektlosigkeit, andauernder Unprofessionalität und unangebrachtem Verhalten immer mehr den Riegel vorschieben werden. Wenn gewisse Themen der Szene, der Liga und vor allem unseren ehrenamtlichen Mitarbeitenden schaden, werden wir restriktiver, regulativer, weniger empathisch und künftig immer mehr zu einem Organ, das härter durchgreift, als ihr es bisher gewohnt seid. Das solltet ihr wissen. Locker-lässig miteinander umzugehen, beruht auf der Annahme, dass die wichtigen Dinge trotzdem funktionieren. Ist dies nicht mehr der Fall, folgen mit 100%iger Wahrscheinlichkeit Anpassungen.

 

Aber nun zu angenehmeren Themen:

Wenn wir Regeln vorschreiben, dann möchten wir natürlich auch, dass es sich lohnt, diese einzuhalten. Wir möchten, dass alle Spieler der Nitro League einen Ort für kompetitiven E-Sport finden, an dem sie sich verbessern, Freundschaften finden, Teamspirit erleben und schlicht und einfach Spaß haben können. Für alle mit besonders hohen Ambitionen bieten wir – und werden wir künftig noch viel mehr – Anreize schaffen, immer professioneller zu agieren. Und Profession definiert sich auch durch Geld.

An dieser Stelle ließen sich dutzende kleinere und mittlere Themen ansprechen, wir bleiben für heute aber beim größten und aus unserer Sicht bedeutsamsten. Ende 2020 haben wir uns Gedanken darüber gemacht, was den E-Sport noch vom Profisport unterscheidet – vor allem auf Liga-Ebene. Eine sehr relevante Antwort: Vermarktung. In der Bundesliga profitieren Teams und Liga ganz simpel und „plump“ gegenseitig davon, dass es sie gibt. Liga 1 und 2 sind größtenteils gleichgeschaltet, beide haben ähnliche Lizenzmodelle, Abläufe, Fristen und Vorgaben. Im Gegenzug generieren alle zusammen Reichweite, Marketingfläche und Geld. Daher planen auch wir, künftig Division 1 und 2 mehr aneinander anzupassen. Die ersten Schritte in diese Richtung habt ihr sicher schon bemerkt: Wir streamen Division 2 nun immer auf unserem Hauptkanal und dies auch immer häufiger. Ziel: wochentags komplett Division 2, am Wochenende Division 1. Dadurch ergeben sich für alle Div 2-Teams höhere Bekanntheit, Motivation und Reichweite.

 

Vermarktung für Teams innerhalb der Liga

Stichwort Reichweite: wieder so ein Bundesliga-Thema. Dort ist es üblich, dass Teams eigene Sponsoren im League Play platzieren und dadurch mit genug Reichweite versorgen können, sodass sich ein Investment ins Team lohnt. Beispiel: Trikot- und Bandenwerbung. So etwas gibt es bei Rocket League aber nicht (zumindest nicht so, dass Teams es für sich nutzen könnten). Daher haben wir vor drei Monaten entschieden, Werbeflächen freizumachen. Und zwar für die Teams der Division 1 und 2, die gerade On-Stream spielen. Das Leuchtturmprojekt hierfür ist die Kooperation von TeamOrangeGaming und ihrem Partner „Magnat“, der seit einigen Wochen auf Twitch ihre Matches begleitet. Die Nitro League ist die erste und einzige Liga im E-Sport, die so etwas ermöglicht. Das hat schon vor Wochen derart große Wellen geschlagen, dass wir ein Dutzend Anfragen anderer Ligen und Vermarkter erhalten haben, die mehr darüber wissen wollten – und die uns Kooperationsmodelle angeboten haben.

Was das Ganze soll? Professionalisierung. Wir verzichten als Liga darauf, spezielle Werbeflächen eigenständig zu vermarkten und geben sie stattdessen den Teams zur freien Verfügung. Diese Werbeflächen haben Stand jetzt einen Wert im mittleren vierstelligen Bereich pro Saison. Heißt: Pro Jahr ergibt sich für alle, die das Angebot nutzen, ein potenzieller Gewinn im fünfstelligen Bereich – einfach dafür, dass sie in der Nitro League spielen und wir als Liga diese Option ermöglichen.

TeamOrangeGaming ist allerdings der E-Sport-Ableger eines professionellen Basketball-Vereins. Dort gibt es Marketing-Experten und Sales-Profis. Nicht jede Orga hat so einen Background. Aus diesem Grund bieten wir allen Division 1- und Division 2-Teams Coaching in Sachen Vermarktung, Preisgestaltung, Akquise und Vertragsabschluss an. Selbstverständlich kostenfrei. Ziel, wie gesagt: die Liga professionalisieren. Und dem ewigen Preisgeld-Wettkampf entgehen.

 

Preisgeld-Wettkampf und Abhängigkeit

Preisgeld-Wettkampf? Richtig gehört. Preisgelder zu erhöhen bringt nur sehr bedingt etwas. Es bringt den besten Teams noch einen Hunni mehr in der Tasche. Und den Zuschauern ein wenig mehr Spannung, wenn sie wissen, dass es im Finalspiel um tausende Euro mehr oder weniger geht. Doch ist es die beste Art eines Investments für eine Liga? Definitiv nicht, eher eine der schlechtesten. Von unseren Ehrenamtlern, die keinen Penny sehen, will ich gar nicht erst anfangen, es gibt noch viel eindeutigere Argumente, warum Preisgeld bedacht erhöht werden sollte: Wenn man das Preisgeld erhöht, kann man es nicht mehr reduzieren. Es ist besser, erst gar nicht zu erhöhen, als später etwas zu revidieren – das muss man nicht mal erklären, das liegt auf der Hand. Einfache Psychologie. Erfüllte Wünsche bekommen schnell Nachwuchs. Eine Gehaltserhöhung ist im ersten Moment toll, danach der Mindeststandard, den es zu erfüllen gilt, damit man nicht kündigt. Erhöhen wir den Preispool, machen wir uns abhängiger von Sponsoren. Was, wenn einer abspringt? Dann ist das Geld weg, der Preispool im Ar*** und die Liga kaputt. Fast alle Ligen begeben sich in diese Abhängigkeit.

 

Warum eine Gehalts-Liga für uns das Richtige ist

Wir hingegen streben mit unserer Vermarktungsoption für Teams eine Gehalts- statt eine Preisgeld-Liga an. Wenn Teams lernen, allein durchs Spielen in Liga 1 und Liga 2 verlässliche Finanzen einzunehmen, haben sie mehr davon übrig für ihre Spieler, für Social Media, Personal und Wachstum! Wir stärken uns gegenseitig – Teams und Liga bauen gemeinsam eine stärkere, stabilere und somit nachhaltigere Szene auf. Sie können sich auf Sicht bessere Spieler leisten oder ihre Spieler länger halten. Wenn „jeder Geld hat“, kommt es mehr auf Soft Skills und Benefits an, die nicht finanzieller Natur sind. Dadurch stärken wir sogar noch das Arbeitsklima, die individuelle Förderung und eine verbesserte Kommunikation. Dies ist unsere Antwort auf Franchise-Ligen und Preisgeld-Wettkampf – zwei Dinge, die Stand jetzt keine Option für uns sind und/oder große Schwächen haben. Wir versuchen so, die Vorteile all dessen bei uns zu etablieren, aber organisch und nachhaltig.

Denn das ist es, was wir wollen: verlässliche Partnerschaften und durchprofessionalisierte Organisationen in einer immer professioneller werdenden Liga für die beste Szene, die wir uns wünschen können. Preisgeld ist nice. Sicheres Einkommen nicer. Vor allem, weil dieses Einkommen mittelfristig höher sein wird, als ein Preisgeldgewinn – den man sich eh teilen muss. Wenn man ihn überhaupt erzielt.

 

Spielervermittlung an Profi-Orgas und Bundesligisten

Wenn ihr Division 1 oder 2 spielt und Interesse an Vermarktung in der Liga habt, sprecht einfach eure Admins oder anderen bekannten Nitro League-Kolleg*innen an – diese leiten euch entsprechend weiter. Und: Solltet ihr in Division 2 oder Division 1 AUFSTEIGEN, sprecht uns gern ebenfalls an. Wir haben mehrere Pro-Orgas sowie Bundesligisten aus verschiedenen Sportarten am Start, die in die Rocket League-Szene einsteigen wollen. TOG, Euronics Gaming und die Füchse Berlin waren gerade erst der Anfang. Sehr gern vermitteln wir euch und helfen dabei, faire und transparente Verträge aufsetzen zu lassen. Selbstverständlich ebenfalls kostenlos. (Falls ihr euch fragt: Wenn so viele Profi-Orgas in die Szene wollen, verdrängen sie dann die alteingesessenen Teams? Jaein. Erstens können sich die Neuen ja keine Spieler backen. Die Spieler selbst bleiben also, wo sie sind. Womöglich unter einer neuen Orga, das ist richtig. Wir bieten aber wie erwähnt, um dem Verdrängungseffekt gegenzusteuern, jeder Orga in Division 1 und 2 kostenloses Coaching rund um Vermarktung, sollten sie dies wünschen. Dies schafft zumindest in Teilen Chancengleichheit. Abgesehen davon kann es aber nicht unser Ziel sein, uns nicht weiterzuentwickeln. Professionalisierung erfordert Veränderung. Transparent kommuniziert regelt der Markt den Rest, ohne dass wir ein schlechtes Gewissen haben sollten. Denn dies ist für die Spieler, die Legacy, die Szene und somit für unser aller Zukunft das Beste.)

 

Wachstum

Seit Ende 2020 wächst die Liga enorm. Wir konnten es teils selbst nicht glauben. Dafür sind wir euch enorm dankbar – vor allem, wenn man es mal in Prozent betrachtet: Das Wachstum der ersten zwei Liga-Jahre haben wir im vergangenen Halbjahr circa verdoppelt. Einerseits bei den Teilnehmerzahlen, andererseits bei Twitch und Twitter. Follower bei Twitch: +128% seit Jahresbeginn. Reichweite bei Twitter: + 98% seit September 2020. Insgesamt erzielen wir pro Jahr eine hohe siebenstellige Zahl an Zielgruppenkontakten. Und das wiederum kommt den Teams zugute, die diese Reichweite seit kurzer Zeit für sich selbst vermarkten und ihre Partner bei uns platzieren dürfen. Dies ist ein genialer Kreislauf. Wir sind gegenseitig relevant füreinander, erhöhen unser aller Reichweite und jeder darf theoretisch davon profitieren. Das ist einzigartig im E-Sport. Das gehört unserer Meinung nach erkannt, ausgebaut und geschützt. Schön, dass es euch gibt und wir das aktuell gemeinsam realisieren. <3

 

Pläne

Für 2021 planen wir noch einige Veränderungen – sowohl mit unseren Partnern, die ihr schon kennt, als auch mit neuen. Losgelöst davon wird es natürlich auch noch hier und da etwas geben, das sich verändern, erneuern, verbessern wird. COVID-19 hat leider einige Pläne verschoben, aber glaubt mal nicht, dass wir fürs Thema „Offline“ nicht längst einiges in der Schublade hätten … allerdings ist es aktuell kaum möglich, diese Pläne in die Tat umzusetzen, daher halten wir noch die Füße still.

 

Danke fürs Lesen

Wir hoffen, dass euch der Text mit dem einen oder anderen neuen Einblick versorgt hat bzgl. der Dinge, die uns momentan beschäftigen.
Wenn ihr Fragen habt, stellt sie einfach in den Kommentaren des Tweets. Sollte es Redebedarf geben, kommen DMs und Calls ins Spiel.

 

TLDR

Wir haben mehr als 40 ehrenamtliche Mitarbeitenden, deren Einsatz wir schützen möchten. Wenn Einsatz mit Füßen getreten wird, folgen Regelanpassungen, die das Leben unentspannter machen. Wir behalten uns dieses Recht vor, weil wir im Gegenzug einzigartige Optionen für Organisationen und Teams mit Anspruch auf Professionalität anbieten. Diese sorgen bereits vereinzelt – und künftig hoffentlich bei noch viel mehr Teams – dafür, dass Preisgelder in den Hintergrund und faire Gehälter in den Vordergrund rücken – ermöglicht durch die Nitro League. Alle Teams der Division 1 und 2 können exklusive Flächen der Liga vermarkten, um selber finanziell davon zu profitieren. Hierzu einfach an die Liga wenden für individuelle Beratung. Teams und Spieler, die in Division 2 oder 1 aufsteigen, können zudem von unserer kostenfreien Vermittlung zu Pro-Orgas oder Bundesligisten profitieren, da einige davon in die Szene einsteigen wollen. Unser Wachstum ist derzeit großartig, wovon die Teams wiederum profitieren. 2021 wird es noch ein paar schöne Änderungen / Verbesserungen geben, allerdings werden durch COVID-19 nicht alle davon umgesetzt werden können.

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Kommentare (1)

1TCH1
geschrieben 27 Tage, 20 Stunden, 22 Minuten, 9 Sekunden vergangen

Mega Job den ihr da macht! Ihr verfolgt einen Ansatz der genau richtig ist und langfristig absolut Sinn macht. Macht weiter so, bleibt motiviert und habt weiterhin Spaß an dem was ihr hier geschaffen habt.